Diplom-Kaufmann | Steuerberater
GERHARD MÖLLE

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Recht / Arbeits-/Sozialrecht 
Donnerstag, 28.10.2021

Außerdienstliches Fehlverhalten: Verfälschen von Entgeltabrechnungen zwecks Krediterlangung rechtfertigt außerordentliche Kündigung

Verfälscht ein kaufmännischer Angestellter Gehaltsabrechnungen zwecks Täuschung eines Kreditgebers, kann dies eine außerordentliche Kündigung rechtfertigen. Durch sein Verhalten zerstöre er nach einem Urteil des Landesarbeitsgerichts Hamm das Vertrauensverhältnis zu seinem Arbeitgeber und verletze die Rücksichtnahmepflicht gegenüber diesem (Az. 8 Sa 1671/19).

Im Streitfall wollte ein kaufmännischer Angestellter eines Mobilfunkunternehmens Ende des Jahres 2017 ein Wohngebäude über ein Darlehen erwerben. Dazu verfälschte er seine Gehaltsabrechnungen hinsichtlich seines Einkommens und legte diese der Bank vor. Nachdem die Arbeitgeberin im Jahr 2019 von dem Verhalten erfuhr, kündigte sie das Arbeitsverhältnis fristlos. Zu den Aufgaben des Arbeitnehmers gehörten die Führung von Vertragsgesprächen mit Privatkunden und der Abschluss von Verträgen. Das Landesarbeitsgericht entschied zu Gunsten der Arbeitgeberin. Nach Auffassung des Gerichts stellt das Verhalten des Klägers einen wichtigen Grund zur fristlosen Kündigung dar, denn die Eignung des Klägers für die ihm bei der Arbeitgeberin obliegenden Aufgaben werde nachhaltig in Frage gestellt.

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